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Abwasser

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Durch die drastische Verschärfung der kommunalen Einleitersatzungen, eine intensivere Durchsetzung der Gesetze sowie eine verstärkte Durchleuchtung von "Grauzonen" der Abwassereinleitung seitens der zuständigen Behörden werden mehr und mehr Betriebe in Deutschland und Europa gezwungen, ihr Abwasser innerbetrieblich weitgehend zu reinigen. Als Minimalziel muß die Vermeidung von Starkverschmutzerzuschlägen gelten, die vielerorts die Abwasserabgaben überproportional hochschnellen ließen.

Bei der Direkteinleitung von Betriebsabwässern in Vorfluter müssen von einer Betriebskläranlage in etwa die gleichen Reinigungsleistungen erbracht werden, wie von einer kommunalen Kläranlage.

Für die Abwasserreinigung kommen eine Vielzahl von aeroben, anaeroben und chemisch physikalischen Verfahren sowie deren Kombinationen in Frage. In Abhängigkeit von der Tatsache ob direkt in einen Vorfluter oder indirekt in eine kommunale Kläranlage eingeleitet werden soll, sind in unterschiedlichem Maße innerbetriebliche Reinigungs­maßnahmen zu treffen.

Zunehmend finden auch chemisch - physikalische Methoden und deren Kombinationen mit biologi­schen Verfahren Anwendung. Bei den chemisch physikalischen Verfahren wird die organische Fracht jedoch nicht verringert sondern nur verlagert. Mit der physikalischen Abtrennung (z. B. mit einem Membranverfahren) wird die organische Fracht als Schlamm abgetrennt. Bedient man sich zusätzlich noch der Fällung und Flockung, damit lösliche Inhaltsstoffe der physikalischen Abtrennung überhaupt zugänglich werden, erzeugt man zusätzlich Schlamm. Dieser muß nach wie vor entsorgt werden. Die in ihm enthaltenen Inhaltsstoffe erschweren zusätzlich die Verwertung und Entsorgung.

Vorzugsweise sollten daher chemisch physikalische Verfahren bei Abwässern angewandt werden, bei denen die Inhaltsstoffe biologisch nicht abbaubar sind. Eine genaue Untersuchung der Betriebsabwässer über betriebstypische Zeiträume, sowohl im Ablauf, als auch an den einzelnen Stellen des Anfalls, ist also obligatorisch für die Entscheidungsfindung für ein bestimmtes Verfahren.

Wie beim Wasser können lassen sich gelöste und suspendierte Substanzen dem Wasser beliebig entnehmen und wieder hinzufügen. Das gereinigte Abwasser kann dann mit geeigneter Desinfektionstechnik sehr lange hygienisch einwandfrei gehalten und einer Mehrfachverwendung zugeführt werden. Wirtschaftlich sind dabei bisher nur Anwendungen, die eine geringere Wasserqualität erfordern. (Sterilwasser -> Trinkwasser -> Brauchwasser).